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Mittwoch, 10. Juni 2015

Alpha-Paten sind Vorreiter

Bei dem 11. Treffen der landesweiten Fachgruppe Alphabetisierung und Grundbildung wurde den Teilnehmenden aus ganz Hessen unter anderem das Projekt Alphapaten als gelungenes Modellprojekt des Jobcenter Frankfurt am Main und der Volkshochschule Frankfurt vorgestellt. Die Fachgruppe Alphabetisierung/Grundbildung wird vom Hessischen Kultusministerium organisiert.

Bei den Zusammentreffen werden erfolgreiche Kooperationen und Ansätze in der Grundbildung mit Erwachsenen vorgestellt. Die landesweite Fachgruppe wurde vom Hessischen Kultusministerium im Rahmen der 2012 vereinbarten „Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland“ initiiert. „Die systematische Ermöglichung des Transfers guter Modelle und Instrumente, bereichsübergreifender Vernetzung und fachlichen Austauschs ist im Handlungsfeld Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener ganz besonders wichtig damit den Betroffenen gangbare Wege aus ihrer oft sehr schwierigen Situation geebnet werden können“, erklärte Staatssekretär Dr. Manuel Lösel.

Sogenannter Funktionaler Analphabetismus ist eine Hürde, die Arbeitslosen den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben erschwert. Bei dem Wort Analphabetismus denken die meisten Menschen an ein Problem in Entwicklungsländern – doch rund 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland sind davon betroffen. Dies bedeutet nicht, gar nicht lesen und schreiben zu können. Im Verhältnis zu den gesellschaftlich geforderten Kenntnissen reichen die eigenen jedoch nicht aus. Bei arbeitslosen Personen liegt der Anteil bei 31,9 Prozent.*

„Gerade in der modernen Arbeitswelt ist das Lesen und Verstehen von Texten sowie schriftlichen Informationen unerlässlich“, stellt die Geschäftsführerin des Jobcenters, Claudia Czernohorsky-Grüneberg fest, „Deshalb arbeitet das Jobcenter eng mit der Volkshochschule Frankfurt am Main im Projekt Bαsic – Basisbildung für Arbeit, Soziale Integration und Chancen – zusammen.“

Das Projekt fördert die arbeitsplatzbezogene Alphabetisierung und Basisbildung. Der Schwerpunkt der Arbeit des Jobcenters Frankfurt liegt zunächst im Erkennen und sensiblen Ansprechen von Lese- und Schreibproblemen. Deshalb wurden 9 Mitarbeitende des Jobcenter als Alpha-Paten intensiv geschult. In ihrer Funktionen sind sie Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen, organisieren Informationsveranstaltungen vor Ort, werden bei Gesprächen zum Erkennen von funktionalem Analphabetismus hinzugezogen und führen im Einzelfall Gespräche mit Betroffenen.

Für uns liegt klar auf der Hand, wie sinnvoll und nötig eine gute und stetige Zusammenarbeit mit dem Jobcenter ist, um –vermittelt durch gute Beratung- möglichst vielen der Betroffenen die Chance zu geben, von den speziellen Lernangeboten der Volkshochschule zu profitieren,“ so Danijel Dejanovic, stellvertretender Direktor der VHS.

Bereits vor dem Projekt Bαsic, das im Februar 2013 initiiert wurde, hat das Jobcenter Frankfurt am Main intensiv mit der Volkshochschule zusammengearbeitet. Die ersten Schulungen von persönlichen Ansprechpartnern fanden 2010 statt. Oft bleibt es den Sachbearbeitern verborgen, ob eine Kundin oder Kunde nicht richtig lesen und schreiben kann, denn diese Schwäche ist oft mit einem Schamgefühl verbunden. Die Betroffenen haben verschiedene Strategien entwickelt dies zu verbergen, wie Schriftstücke nicht direkt zu unterschreiben und sich Bedenkzeit zu erbeten oder nicht lesen zu können mit der vergessenen Brille zu entschuldigen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist eine behutsame Ansprache der Betroffenen und gezielt zu motivieren Lesen und Schreiben zu lernen.

Wichtig für den Lernerfolg ist eine freiwillige Teilnahme. Mit der Qualifizierung in Kooperation mit der Volkshochschule werden die Chancen auf Beschäftigung und berufliche Integration erheblich gesteigert. Das Jobcenter Frankfurt am Main hat bereits 318 Teilnahmen in Alphabetisierungskursen ermöglicht. Wie viele Betroffene durch die im Kurs erworbenen Kenntnisse eine Arbeit gefunden haben, kann statistisch nicht ausgewertet werden. Denn im Anschluss an einen Alphabetisierungskurs werden meist weitere Qualifizierungen angeboten, die einen Einstieg in eine Tätigkeit ermöglichen. Ein Alphabetisierungskurs ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg in eine Beschäftigung.

 

*leo. – Level-One-Studie. Presseheft. Hamburg, im Frühjahr 2011. Förderkennzeichen: W135900

Grundlage der Level-One-Studie ist eine Zufallsauswahl der in Deutschland lebenden Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Die Nettostichprobe umfasst 7.035 Personen, ergänzt um eine Zusatzstichprobe von 1.401 Personen im unteren Bildungsbereich. Diese Studie ist bislang die einzige aktuelle Studie zum Umfang des unteren schriftsprachlichen Kompetenzniveaus in Deutschland.

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